Hochseefischerei

Der Knochenjob für frischen Fisch

Die Quelle der Delikatessen

Kutter unter harten Bedingungen

Richtig muss es „Kleine Hochseefischerei“ heißen. "Klein" meint dabei aber nicht den Knochenjob, den die Männer Tag ein Tag aus auf See leisten, um hier im „Gezeiten“ frischen Fisch anliefern zu können. Der Begriff „Kleine Hochseefischerei“ beschreibt vielmehr die Frischfisch-Fischerei in europäischen Küstengewässern. Dabei kann es sich um bis zu 21-tägige Seereisen handeln - bis zu 300 Seemeilen von den Küsten entfernt. Kurzum - unserer Lieferant für Frischfisch.
Die "Große Hochseefischerei"dagegen besteht hauptsächlich aus einer Flotte von Fabrikschiffen, die Ihren Fang auf See verarbeiten und z.T. schon in Tiefkühlverpackungen in den Laderäumen einlagern.

Der Verfasser hat selbst auf Schiffen der "Kleinen Hochseefischerei" - vom „Moses“ bis zum Schiffsführer - gearbeitet. Es darf daher Sachkenntnis vorausgesetzt werden.

Fangmethoden

Stellnetz und Treibnetzfischerei
Hier wird passiv gefischt. Es werden Netze ausgebracht, die man mit Schwimm-und Bleileinen gewissermaßen ins Wasser "stellt". Das kann sowohl am Meeresboden wie auch schwebend unter der Wasseroberfläche stattfinden. In der Regel werden die Netze vor Sonnenuntergang gesetzt und im Morgengrauen wieder eingeholt. Netzlängen von 30 Seemeilen sind keine Seltenheit.
Köderfischerei
Meherere Seemeilen lange Angelschnüre werden mit Haken und Fischköder bestückt. Diese auf reinen Raubfischfang ausgelegte Methode wird hauptsächlich in Portugal und Norwegen angewandt. Der weiße Heilbutt wird häufig auf diese Weise gefangen.
Ringwarden Fischerei
Schwarmfische wie Hering, Sardine, Sardelle oder Markrele halten sich zeitweise dicht unter der Oberfläche auf. Die Schwärme werden durch Echolot oder Sonar aufgespürt. Ist der Schwarm gefunden wird ein Beiboot mit einem der beiden Netz-Enden abgesetzt. Der Kutter umrundet nun unter voller Maschinenkraft den Schwarm und zieht dabei das Netz kreisförmig um den Fang. Am Beiboot angekommen zieht die Besatzung  den unteren Teil des Netzes zusammen und "hievt" den Fisch an Bord.
Kurren Fischerei
Die Fischkutter haben auf beiden Seiten des Schiffes je einen Baum über das ein Grundschleppnetz gezogen wird, häufige Fangmethode in unserer „Deutschen Bucht“. Fast alle Seezungen werden so gefangen und der Hauptteil der verschiedenen anderen „Plattfische“.
Grundnetz Fischerei
Kabeljau, Schellfisch, Seelachs, Rotbarsch oder auch Seeteufel fängt man in großen Tiefen hauptsächlich mit Grundschleppnetzen. Ein Grundschleppnetz ist  trichterförmig aufgebaut. An der Oberseite des Netzes sorgen Bojen für Auftrieb und Öffnung des Netzes, die Unterseite wird mit Ketten beschwert. Um die erforderliche Spreizung zu erreichen werden sogenannte Scherrbretter eingesetzt. Die Fahrt des Kutters durchs Wasser erzeugt den notwendigen Wasserdruck zur Spreizung des Netzes. Die Scherrbretter wiederum sind mit dem „Kurrdraht“ (Stahldraht) am Kutter befestigt. Oft werden über 2000 m Kurrdraht weggefiert (abgerollt), um das Netz im tiefen Wasser in die gewünschte Position zu bringen. Je nach Fanggebiet und Fischart heißt es nach 4-8 Std „hiev op“ (Netze hoch). Nachdem der letzte „Büddel“ (Netzende) ausgeleert wurde, wird das Netz wieder ausgesetzt. Die Besatzung verarbeitet den Fang sofort. Der Fisch wird geschlachtet, gewaschen und in speziellen Kühlräumen auf Scherbeleis schichtweise eingelagert. Es passiert oft, das der Fisch gerade verarbeitet ist und der „Alte“ (Käpitän) schreit „Hiev op“. 48 Stunden „non stop“ auf den Beinen ist keine Seltenheit. Aber die „Jungs“ wissen, dass sie alle am Ertrag beteiligt werden. Wir sehen die hohen Fischpreise immer mit einem weinenden und lachendem Auge ....... Müssen wir höhere Preise zahlen, wissen wir zumindest: Die Knochenarbeiten sind gut entlohnt worden.

Im Gezeiten - Top Frisch vom Kutter

Im Handel angebotenes Rotbarsch-Filet kann durchaus über 21 Tage „alt“ sein ....... Der Verwesungungsprozeß des Fisches im Eis hat dann bereits begonnen.

Aus diesem Grund können Fische beim Braten so "seltsam" riechen.

Jetzt wird verständlich, warum wir den Aufwand betreiben, mit eigenem Kühlfahrzeug zu den Kuttern oder zu den Auktion zu fahren. Selbst wenn wir nicht direkt bei unseren befreundeten Kutterkapitänen einkaufen, auch bei den auf den Auktionen eingekauften Fischen wissen wir recht genau, wie lange die Fangschiffe auf See waren und wann die letzen Fänge („Hohls“) stattgefunden haben.

Unsere Gäste haben dieses Prinzip von Anfang an erkannt und schätzen gelernt.
Deshalb werden wir genauso weitermachen und verzichten auf jeglichen „Tüddellüt“ sondern überzeugen mit top frischer Ware mit dem Geschmack der Ehrlichkeit.